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*** Der Unsichtbare ***


ouatih kritik

Autor: Christopher Diekhaus
 
Stalking auf besonders perfide Art: In Leigh Whannells Gruselthriller wird eine junge Frau von ihrem vermeintlich toten Ex-Freund terrorisiert, der Mittel und Wege gefunden hat, sich unsichtbar zu machen.
 
Von Klassiker inspiriert
 
Internationale Bekanntheit erlangte der Filmemacher Leigh Whannell als Drehbuchautor und Hauptdarsteller des Schockers „Saw“, der 2004 eine neue brachiale Richtung im Mainstreamhorror einläutete. Seine erste eigene Regiearbeit legte der Australier 2015 mit dem Schauerstreifen „Insidious: Chapter 3 – Jede Geschichte hat einen Anfang“ vor, auf den er den energiegeladenen Science-Fiction-Thriller „Upgrade“ folgen ließ. Mit „Der Unsichtbare“ wagt er sich nun an einen Klassiker des Gruselgenres, der auf dem gleichnamigen Roman von H. G. Wells basiert. Die Buchvorlage und deren erste Leinwandadaption aus dem Jahr 1933 dienen Whannell allerdings bloß als Inspirationsquelle, um aus der Grundidee um einen mörderischen unsichtbaren Wissenschaftler eine zwar nicht komplexe, dafür aber spannende Stalking-Erzählung zu stricken.
 
Auch wenn der Titel die Aufmerksamkeit auf den unheimlichen Antagonisten legt, steht im Zentrum des Films die Architektin Cecilia Kass (Elisabeth Moss), die mit dem ebenso berühmten wie gefeierten Forscher Adrian Griffin (Oliver Jackson-Cohen) zusammenlebt.
 
 
Mit Hilfe ihrer Schwester (Harriet Dyer) kann die unter seiner Kontrollsucht leidende Frau eines Nachts fliehen und versteckt sich, da sie Angst vor ihrem besitzergreifenden Partner hat, bei einem Jugendfreund (Aldis Hodge) und dessen Tochter (Storm Reid). Cecilias Sorgen scheinen ein Ende zu haben, als sie erfährt, dass Adrian Selbstmord begangen hat und sie noch dazu den Großteil seines beträchtlichen Vermögens erben wird. Lange währt die Freude jedoch nicht. Denn unerklärliche Ereignisse bestärken Cecilia in der Annahme, ihr Ex habe seinen Tod nur vorgetäuscht und rücke ihr in unsichtbarer Gestalt zu Leibe.
 
Klein statt bombastisch
 
Eine Neuinterpretation der Wells-Geschichte plante Studioriese Universal ursprünglich im Rahmen des sogenannten „Dark Universe“, einer zusammenhängenden Reihe, die hauseigenen Monsterfilmen einen frischen Anstrich verpassen sollte. Nachdem „Die Mumie“, der erste Teil des Kinogroßprojektes, aber bei den Kritikern durchgefallen war und weniger Zuschauer angelockt hatte als gehofft, sahen sich die Verantwortlichen zu einer Kurskorrekter gezwungen. Statt aufwendige Blockbuster nach Vorbild der Marvel- und DC-Arbeiten zu produzieren, entschlossen sich die Macher, den seriellen Gedanken über Bord zu werfen und fortan geringer budgetierte Horrorwerke zu finanzieren, die auf eigenen Füßen stehen können.
 
Die von Whannell entworfene Scifi-Schauermär, in der die Auswirkungen einer toxischen Beziehung im Fokus stehen, treibt den Puls des Zuschauers schon in den ersten Minuten geschickt nach oben, wenn Cecilia, um äußerste Vorsicht bedacht, ihren Fluchtplan in die Tat umsetzt. Die in jeden Winkel von Adrians Hightech-Villa vordringende Videoüberwachung und die dicken Mauern rund um das am Meer liegende Anwesen lassen sofort erahnen, dass die Protagonistin nicht in Freiheit lebt, sondern eine Art Gefangene ist. Nach dem stimmungsvollen und nervenaufreibenden Einstieg hält sich der Regisseur erfreulicherweise mit plumpen Schockeffekten zurück.
 
02 ©2020 Universal Pictures03 ©2020 Universal Pictures04 ©2020 Universal Pictures05 ©2020 Universal Pictures
 
Während viele Kollegen schnell die Brechstange bemühen, setzt Whannell auf sich langsam steigernden Grusel, der durch den unsichtbaren Gegner eine spezielle Note bekommt. Bestens vertraute Genreelemente kommen durchaus zum Einsatz. Gleichzeitig bringt das Drehbuch aber auch echtes Interesse für Cecilias turbulentes Innenleben auf. Was es heißt, von seinem Partner manipuliert und kontrolliert zu werden, wird in einigen Szenen schmerzhaft deutlich. Nicht zuletzt dank des eindringlichen Spiels von Hauptdarstellerin Elisabeth Moss („The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd“) entwickelt das Geschehen eine ordentliche emotionale Wucht, was man längst nicht über alle modernen Horrorfilme sagen kann.
 
Geschmälert wird der positive Eindruck allerdings ein wenig durch die dicker auftragende zweite Hälfte, in der die Gänsehautatmosphäre vermehrt durch wilde Actioneinlagen aufgebrochen wird. Ungereimtheiten in der Handlung treten stärker in den Vordergrund, sind aber nicht so gravierend, dass man die Lust an Cecilias Kampf um Selbstbestimmung verlieren würde.
 
Fazit
 
Auch wenn „Der Unsichtbare“ nach rund einer Stunde etwas abbaut, gelingt Leigh Whannell ein gruseliger Beziehungsthriller, in dem Elisabeth Moss ihre darstellerische Bandbreite abrufen kann.
 
 
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