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*** After Truth ***


 

ouatih kritik

Autor: Peter Osteried
 
Etwa ein Jahr, nachdem der erste Film passabel, aber nicht wirklich überragend gelaufen ist, gibt es nun das Sequel. Diesmal hat die Autorin Anna Todd mehr zu sagen gehabt.
 
Sie hat das Skript selbst geschrieben, um näher an ihrer sakrosankten Vorlage zu bleiben. Und sie hat ein R-Rating durchgeboxt, um den Matratzensport der beiden Protagonisten ein bisschen sexyer gestalten zu können.
 
Nach der Wahrheit kommt der Sex
 
Nachdem Tessa herausgefunden hatte, dass Hardin sich nur einer Wette wegen an sie herangemacht hat, gab sie ihm den Laufpass. Aber natürlich lieben beide sich, egal, was vorher war. Es vergehen dennoch ein paar Wochen, in denen Tessa richtig sauer ist. Sie beginnt ein Praktikum bei einem Verlag und wird als Niemand, der sie ist, von den Bossen geradezu hofiert.
 
So läuft das eben mit Praktikanten. Aber nur den ganz guten. Alle anderen werden wie Dreck behandelt. Aber lassen wir das, zurück zu Tessa und Hardin, die sich nach ihrem ersten Praktikumstag treffen. In der Hotelsuite, die ihre Firma ihr bezahlt hat, betrunken, wie sie ist, und natürlich kommt es zum Versöhnungssex. Beide sind also wieder ein Paar.
 
 
Aber natürlich muss es noch ein paar ganz schlimme Irrungen und Wirrungen geben, damit auch ein bisschen Drama aufkommt. Ganz zu schweigen von der ewigen Frage, ob sie denn nun ihr Happy End kriegen oder nicht. Es ist wohl kein Spoiler zu sagen, dass es hier noch nicht so weit ist. Immerhin gilt es, fünf Romane zu verfilmen. Da muss schließlich noch irgendwas passieren. Vielleicht sogar mehr als in AFTER TRUTH.
 
Saubersex
 
Wofür AFTER TRUTH nun in den USA ein höheres Rating benötigte, das verhindert, dass jeder unter 16 Jahre an diesem Schauspiel teilnehmen kann, bleibt wohl Anna Todds Geheimnis. Denn besonders freizügig ist der Film nicht. Hier mal Hero Fiennes Tiffins nackten Hintern, da mal Josephine Langfords nackter Rücken. Mehr als das gibt es aber nicht zu sehen. Das ist im Grunde so harmlos, wie es der erste Teil auch schon war. Wenn sich jemand davon erregt zeigen dürfte, dann vermutlich vor allem Publikum, das in den USA gar nicht in die Kinos darf. Weil es jünger als 16 Jahre ist. Hierzulande ist das Ganze folgerichtig ab 12 Jahren freigegeben. Es gibt Werbespots im Fernsehen, die sind sexyer als dieser Film.
 
Eine Teenie-Schmonzette, bei der kein Klischee ausgelassen wird, braucht aber auch keine freizügigeren Sexszenen. Wenn es denn eine Geschichte gibt, die man erzählen kann. Hier jedoch wird hauptsächlich Wasser getreten. Weil im Grunde einfach gar nichts passiert. Das bisschen Hin und Her zwischen Tessa und Hardin ist einfach nur albern. Herbeigeredete Probleme, die mit einem Gespräch beendet wären. Aber nein, hier gibt es das Weglaufen, das Schweigen, danach das Anschreien, kurz: Die Figuren haben die emotionale Reife von 14-jährigen.
 
01 ©2020 Constantin Film02 ©2020 Constantin Film03 ©2020 Constantin Film04 ©2020 Constantin Film
 
Was für ein Albtraum
 
Anna Todd mag sich an ihrem Drehbuch erfreuen, toll ist es aber nicht. Hier wird aus dem Nichts heraus ein Trauma aus Hardins Jugend etabliert, das ihn mehrmals nachts seiner Albträume wegen aufschrecken lässt. Die Idee dazu hatte Todd offenkundig erst später, denn bei AFTER PASSION gibt es diese Albträume noch nicht. Derlei ungelenke narrative Schlenker sind es, die den Film vollends entgleisen lassen.
 
Ganz davon abgesehen, dass Hero Fiennes Tiffin nicht mal ansatzweise das Talent seiner Onkel Ralph und Joseph Fiennes besitzt und eigentlich nur den ewiggleichen leidenden Gesichtsausdruck draufhat. Zusammen mit den hanebüchenen und holprigen Dialogen, sowie den überspitzten Szenen sorgt das zumindest für reichlich unfreiwilligem Humor.
 
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Fazit
 
Ein hanebüchenes Sequel, bei dem gar nichts passt. Der Sex ist aseptisch, das Drama nur eingebildet, die Schauspieler sind durchwachsen und die Situationen, in die das Drehbuch sie stürzt, reichen von albern bis dümmlich. Damit einher geht ein hohes Maß an unfreiwilliger Komik. So gesehen hat man mit AFTER TRUTH durchaus seinen Spaß, aber eben nicht aus den richtigen Gründen.
 
 
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