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*** Der Hexenclub ***


 

ouatih kritik

Autor: Peter Osteried
 
Im Jahr 1996 entwickelte sich die kleine Sony-Produktion DER HEXENCLUB zum Überraschungserfolg, der gleich einigen seiner Hauptdarstellerinnen den Weg in Hollywood ebnete. Beim neuen Film aus dem Jahr 2020, der denselben Titel trägt, aber kein Remake, sondern tatsächlich eine Fortsetzung ist, ist das wohl kaum zu erwarten.
 
Hexen unter sich
 
Helen (Michelle Monaghan) zieht mit ihrer Tochter Lily (Cailee Spaeny) nach Kalifornien. Beide ziehen bei Helens Freund Adam (David Duchovny) und seinen Söhnen ein. Der erste Schultag wird für Lily allerdings nicht leicht. Ihr geschieht ein Malheur, das sie gleichmal zum Gespött macht. Aber drei andere Mädchen sind auf sie aufmerksam geworden. Sie sind Hexen, doch ihr Hexenzirkel ist unvollständig. Nur zu viert können sie ihre Macht wirklich entfalten. In Lily sehen sie nun ihr viertes Mitglied. Die vier Mädchen freunden sich an, werden in der Hexenkunst immer besser und verzaubern einen Jungen, der sich ihnen gegenüber wie ein Arschloch benommen hat.
 
Alles erscheint ein großer Spaß, doch das ändert sich jäh, als jemand für ihre Taten mit dem Leben bezahlen müssen. Aber auch die Hexen sind in Gefahr, ohne dass sie das eigentlich merken würden.
 
 
Das Sequel, das niemand braucht
 
Zum Ende der 1990er Jahre war es überraschend, dass Sony nicht versuchte, aus dem Original ein Franchise zu machen. Fast ein Vierteljahrhundert später ist man darüber froh, zumindest, wenn man den neuen Film als Qualitätsstandard heranzieht. Denn in dieser Produktion aus dem auf Horrorfilme spezialisierten Studio Blumhouse stimmt einfach gar nichts.
 
Die Geschichte ist extrem holprig erzählt. Die längste Zeit tut sich gar nichts. Der Film plätschert und passiert locker die Halbzeitmarke, bevor sich so etwas wie ein Plot herauskristallisiert. Übrigens einer, der dann in jeder Sekunde vorhersehbar ist. Eigentlich sogar schon davor, denn David Duchovny holt man für die Larifari-Rolle eines Vaters auch nur, wenn der sich als Schurke entpuppt. Das versucht der Film als Überraschung aufzubauen, man muss aber wohl bislang vom Medium Film unbeleckt sein, um diesen „Twist“ nicht von Anfang an zu riechen.
 
01 ©2020 Sony Pictures03 ©2020 Sony Pictures06 ©2020 Sony Pictures07 ©2020 Sony Pictures
 
Woke
 
Es ist geradezu peinlich, wie der Film versucht, sich als „woke“ zu generieren, also nicht nur inklusiv zu sein, sondern toxische Maskulinität anzuprangern. Dass Duchovnys Figur ein Buch namens „Hallowed Masculine“ geschrieben hat, ist der Grad, zu dem dieser Film Subtilität einzusetzen versteht – nämlich gar nicht. Dass es dann darauf hinausläuft, dass ein böser Mann den guten Hexen die Kräfte rauben will, ist der älteste Genre-Standard überhaupt. Noch dazu, da hier ein paar Patriarchats-Worthülsen fallen gelassen werden, so ganz nach dem Motto: „Der Mann ist der Herr, die Frau hat zu kuschen.“
 
Das wird so plump, so dreist, kurz: so albern umgesetzt, dass man sich nur wundern kann, denn eigentlich hätte das Spannungsfeld aus Patriarchat und Feminismus durchaus gerade im Rahmen eines Hexenfilms sehr gut funktionieren können. Aber das Skript ist völlig bar jedweder Originalität. Das ist schlimmstes Malen nach Zahlen. Das Abhaken von Konventionen, die so ausgelutscht und langweilig sind, dass man es kaum glauben mag.
 
Zudem ergeht sich der Film in einem halbgaren Finale, das ratzfatz vorüber ist. Man fragt sich, ob es das schon gewesen sein soll und ist überrascht, dass dem so ist.
 
Fazit
 
DER HEXENCLUB ist das Sequel, das wirklich niemand benötigt hat. Mit dem Originalfilm verbunden ist er ohnehin nur durch die letzte Szene, in der es dann noch ein Cameo gibt, das an die alten Zeiten erinnert. Leider ist diese Blumhouse-Produktion wieder mal ein richtig mieser Film. Die Firma wäre gut beraten, die Quantität des Ausstoßes zu verringern und dafür mal an der Qualitätsschraube zu drehen.
 
 
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