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Kritik: Evil Dead Burn

 
sub kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
Mit EVIL DEAD BURN liegt der sechste Film des Franchise vor, das Sam Raimi im Jahr 1983 mit TANZ DER TEUFEL gestartet hatte.
 
Noch immer produziert er, aber die Regie liegt längst in anderen Händen, hier denen von Sébastien Vanicek, der zuvor den französischen Horrorfilm SPIDERS gemacht hat. Damit empfahl er sich, die Teufel tanzen zu lassen, so wie sein Vorgänger Lee Cronin, dessen HOLE IN THE GROUND auch das Eintrittsticket ins EVIL DEAD-Universum war.
 
Im Haus wüten die Dämonen
 
Nach dem Tod ihres Mannes muss die Französin Alice mit seiner Familie, die sie mehrheitlich immer abgelehnt hat, nach der Trauerfeier Zeit verbringen. Sie sind alle in einem abgelegenen Haus, in dem einst der Großvater ihres Mannes lebte. Er war jemand, der seine Familie verlassen hatte. Weil er von den Dämonen wusste und mit dem Zirkel der weisen Männer nach Waffen und Artefakten suchte, mit denen sie sich bekämpfen lassen. Genau deshalb sind die Dämonen hinter der Familie her.
 
Was eine Trauerfeier werden sollte, wird zum brutalen Überlebenskampf, den einer nach dem anderen fällt den Dämonen Anheim …
 
 
Der Unterschied zu früher
 
EVIL DEAD BURN ist kein schlechter Film. Er ist sogar deutlich mehr als solide, aber dennoch: Altfans werden das gewisse Etwas vermissen. Wer die ersten beiden EVIL DEAD-Filme aus den Achtzigerjahren kennt, wird von deren Essenz hier nur wenig wiederfinden. Das ist ein systemisches Problem, das die letzten drei Filme der Reihe plagte. Denn das Rohe und Ungestüme, auch der Zwang, mit ganz wenig Geld arbeiten zu müssen und darum Ideen zu entwickeln, die in einer relativ kurzen filmischen Lauflänge erzählbar sind, das alles gab es bei EVIL DEAD BURN nicht. Als Studio-Produktion sieht der Film – Splatter hin oder her – einfach gelackt aus. Man sieht das Geld auf der Leinwand, selbst wenn ein Film wie dieser im Vergleich zu großen Sci-Fi-Spektakeln á la Marvel oder STAR WARS noch immer günstig ist. Zugleich wirkt sogar der Splatter zu schön, um wahr zu sein.
 
Sam Raimi wiederum konnte es sich damals gar nicht leisten, einen knapp zweistündigen Film zu drehen. Das Geld war eng, weniger Laufzeit bedeutete weniger Drehzeit und weniger Budget. Das musste den französischen Regisseur bei EVIL DEAD BURN nicht sorgen, er hatte genug, um in die Vollen zu gehen. Horror sollte aber keine epischen Laufzeiten haben, die Wirkung entfaltet sich in der Kürze mehr. Warum? Weil gerade die ganzen Kampfsequenzen mit den Dämonen trotz vieler schöner Ideen am Ende ein wenig repetitiv wirken.
 
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Der Humor
 
Wo Sam Raimi einst auf Slapstick setzte – im zweiten Teil, der erste weist nicht viel Humor auf –, wird bei EVIL DEAD BURN eine andere Art von Humor präsentiert. Er ergibt sich aus der Art, wie die demente Oma agiert, sowohl in ihrer normalen, später aber auch dämonischen Form. Dennoch: Es ist eine andere Form von Komik, das, was Sam Raimi einst Splatstick als Verbindung von Slapstick und Splatter nannte, ist hier nicht gegeben.
 
Der Humor ist aber da, und er ist gut. Er funktioniert als Brechung der Spannung ziemlich gut. Zudem weiß Sébastien Vanicek, wie man Horror effektiv umsetzt. Zusammen mit seinem Ko-Autor Florent Bernard hat er ein klein wenig Drama in die Geschichte eingebracht, in erster Linie geht es aber natürlich um den Kampf Mensch vs. Dämon. Der ist teils sehr intensiv umgesetzt, ohne dass die Blutgekröse-Effekte in TERRIFIER-Niederungen vordringen würden.
 
Interessant ist, dass die Mythologie etwas ausgebaut wird. Denn es ist nun nicht mehr nur der alte Mann, der gegen Dämonen kämpfte, es ist eine ganze Gruppe, der Zirkel der weisen Männer. Das ist die wichtigste Neuerung in einem Film, der ansonsten die altbekannte Geschichte abspult. Denn damit ließe sich bei einem möglichen weiteren Film die Geschichte tatsächlich mal größer und anders aufziehen.
 
Fazit
 
Ein solider Horrorfilm, der einen Tick zu lang ist, aber mit reichlich Action und Splatter überzeugen kann. Nur die Altfans werden hier wieder monieren, dass an die beiden ersten Filme einfach nichts herankommt. Ein junges Publikum mag das anders sehen.
 
 
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