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Kritik: Der Teufel trägt Prada 2

 
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Autor: Peter Osteried
 
Es gehört inzwischen zum festen Repertoire der Traumfabrik: Erfolgreiche Filme vergangener Jahrzehnte werden wiederbelebt, neu aufgelegt oder fortgeführt. Besonders Werke, die eine treue Fangemeinde aufgebaut haben, stehen dabei hoch im Kurs.
 
Hollywood hat längst erkannt, wie wirkungsvoll Nostalgie sein kann – vor allem, wenn sie gezielt die Erinnerungen der Millennials anspricht. Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass auch DER TEUFEL TRÄGT PRADA eine Fortsetzung erhält. Zwei Jahrzehnte nach dem ersten Film wird die Geschichte rund um Mode, Macht und Selbstfindung weitergesponnen.
 
Auf Augenhöhe
 
Damals begleitete das Publikum eine ambitionierte Nachwuchsjournalistin auf ihrem holprigen Einstieg in die Welt eines renommierten Modemagazins. Als Assistentin der gefürchteten Chefredakteurin Miranda musste sie sich behaupten und ihren eigenen Weg finden. Heute, zwanzig Jahre später, ist aus der unsicheren Anfängerin eine etablierte Journalistin geworden – doch die Herausforderungen haben sich lediglich verändert, nicht verringert.
 
Andrea „Andi“ Sacks (Anne Hathaway) steht auf der Bühne, um einen Preis für ihre journalistische Arbeit entgegenzunehmen. Kurz vor diesen Erfolgsmoment platzt jedoch eine Nachricht, die alles erschüttert: Per SMS erfährt sie, dass sie und ihre Kolleginnen und Kollegen entlassen wurden. Spontan nutzt sie ihre Dankesrede, um ihrem Ärger Luft zu machen – ein Schritt, der unerwartete Konsequenzen hat. Der Eigentümer des Modemagazins Runway wird auf sie aufmerksam. Nach einem Skandal steht das Magazin unter Druck, seine Glaubwürdigkeit wiederherzustellen, und sieht in Andi eine mögliche Lösung.
 
Doch ihre Rückkehr verläuft alles andere als reibungslos. Besonders Miranda Priestly, erneut verkörpert von Meryl Streep, begegnet ihrer ehemaligen Assistentin mit Skepsis. Die Dynamik zwischen den beiden bleibt angespannt, auch wenn sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Gleichzeitig geht es längst nicht mehr nur um persönliche Konflikte: Das Magazin selbst kämpft ums Überleben, was den Druck auf alle Beteiligten erheblich steigert.
 
 
Die alte Garde ist zurück
 
Vor und hinter der Kamera setzt die Produktion stark auf Kontinuität. Neben Anne Hathaway und Meryl Streep kehren auch Emily Blunt und Stanley Tucci in ihre Rollen zurück. Diese Vertrautheit verleiht dem Film eine angenehme Wärme. Gleichzeitig verzichtet die Fortsetzung weitgehend darauf, neue erzählerische Wege zu gehen. Stattdessen greift sie bekannte Motive auf und variiert diese, was zwar gelegentlich konstruiert wirkt, aber dennoch funktioniert.
 
Der Humor bleibt dabei eher subtil, geprägt von feinen Beobachtungen und leisen Pointen statt großer Lacher. Gerade diese Zurückhaltung passt jedoch gut zum Ton des Films und sorgt dafür, dass er sich treu bleibt. Kleine Entwicklungen gibt es dennoch: Besonders die Figur von Stanley Tucci erhält mehr Tiefe, auch wenn sich dies erst im Verlauf der Handlung deutlicher zeigt. Miranda hingegen wirkt leicht verändert – nicht grundlegend, aber angepasst an eine Zeit, in der Führungsstile kritischer betrachtet werden.
 
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Neu dabei
 
Neu im Ensemble sind unter anderem Lucy Liu und Kenneth Branagh. Während Liu nur kurze Auftritte hat, bleibt Branaghs Rolle trotz größerer Präsenz überraschend blass und ohne nennenswerte Wirkung auf die Handlung.
 
Er ist im Grunde nur schönes Beiwerk als Mirandas Mann, hat aber zumindest eine der besten Dialogzeilen abbekommen, als er moniert, dass er früher bei diesen Partys mehr Spaß hatte – als er noch trank.
 
Fazit
 
Insgesamt ist die Geschichte wenig überraschend, aber gerade darin liegt auch ihr Reiz. Der Film setzt bewusst auf Einfachheit und Vertrautheit, ohne große Risiken einzugehen. Er vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit und erinnert an vergangene Zeiten – wie ein vertrautes Gericht, das man immer wieder gerne genießt. DER TEUFEL TRÄGT PRADA 2 mag keine filmische Revolution sein, aber er erfüllt seinen Zweck: unterhalten, erinnern und ein wohliges Gefühl hinterlassen.
 
 
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