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Ein markerschütternder Schrei – und dann Stille. Wer zum ersten Mal den Klang einer aztekischen Totenkopfpfeife hört, traut seinen Ohren nicht. Das Instrument klingt täuschend echt, wie ein menschlicher Schrei! Im Horrorschocker WHISTLE (Kinostart 7. Mai 2026), dreht sich alles um dieses Instrument.
Eine Highschool-Clique findet eine mysteriöse aztekische Todespfeife und löst damit einen grauenhaften Fluch aus. Was im Film wie Fiktion wirkt, hat einen realen Hintergrund: Die Totenkopfpfeifen sind echte archäologische Artefakte. Und ihre beunruhigende Wirkung? Die ist wissenschaftlich belegt.
Die kleinen, in Schädelform gefertigten Keramikpfeifen wurden bei Ausgrabungen in Tempelanlagen in Mexiko-Stadt gefunden und stammen aus der Blütezeit des aztekischen Reiches. Sascha Frühholz, Professor für Neurowissenschaften an der Universität Zürich, hat sich intensiv mit diesen Artefakten beschäftigt: „Wir sind durch unsere Forschung zu menschlichen Schreien auf die Totenkopfpfeifen gestoßen. Denn die Pfeifen klingen menschlichen Schreien teilweise sehr ähnlich.“
In einer 2024 veröffentlichten Studie hat Frühholz mit seinem Team Soundclips von originalen und nachgebauten Totenkopfpfeifen aufgenommen und Versuchspersonen vorgespielt. Die Teilnehmenden schätzten den Klang als negativ und unangenehm ein, und die meisten beschrieben ihn als schreiähnlich. Wer sich traut, kann sich die Aufnahmen hier anhören: SOUNDCLIPS
Doch wozu setzten die Azteken die Totenkopfpfeifen tatsächlich ein? Laut Frühholz könnten „sowohl die visuelle Ikonographie – die Totenkopfform – als auch die akustische Ikonographie – der schrille Klang – auf eine Verwendung in Opferritualen hinweisen.“
Die verstörende Wirkung des Klangs auf die Zuhörer hat Frühholz genau untersucht: „Er kann sehr negative Gefühle in Menschen auslösen. Die meisten Menschen wollen nicht lange diesem Klang zuhören, da der Klang sehr aversiv ist.“
WHISTLE treibt diesen Gedanken auf die Spitze: Im Film bedeutet das Hören des Schreis der Pfeife den sicheren Tod. Ganz so weit geht die Wissenschaft nicht – aber die Macht von Klang auf das menschliche Nervensystem ist real, wie Frühholz erklärt: „Sehr unangenehme Töne können das Leben von Menschen in seltenen Fällen vielleicht schon verändern. Es kann Töne geben, die über lange Zeit mit negativen Erfahrungen verbunden sind. Das kann sehr starke Ängste in Menschen auslösen.“
Der Fluch in WHISTLE ist also vielleicht gar nicht so weit von der Realität entfernt…
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