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Kritik: Der perfekte Urlaub

 
sub kritik
 
Autorin: Melanie Fibich
 
Elyas M'Barek, Karoline Herfurth und Co.KG. … die Truppe kommt wieder zusammen, um neue Geheimnisse zu lüften. Kann das gut gehen?
 
Zurück mit einem großen Knall
 
Nach "Das perfekte Geheimnis" folgt nun "Der perfekte Urlaub", der genauso perfekt verläuft, wie das Geheimnis im ersten Teil ein Geheimnis blieb. Die Männergruppe will in einer schönen Finca auf Mallorca Urlaub machen und Abstand gewinnen. Doch schon nach wenigen Minuten wird dieser Plan vom Rest der Freundesgruppe, den Frauen, durchkreuzt.
 
In all dem Chaos gelingt es Simon (Frederick Lau) auch noch die gebuchte Finca in die Luft zu sprengen und das Ersatz-Hotel „Romantica“ befindet sich auf der nicht ganz so romantischen Ballermann-Seite der Insel…
 
Zwischen Affären, Lügen und Selbstfindung
 
Auch dieses Mal findet die Gruppe einige Anlässe um sich in Streits zu verstricken…doch frische Themen kommen dabei nicht herum. Stattdessen kommen dieselben aufgewärmten Themen, wie sie die deutsche Spielfilmbranche schon immer mochte, wieder hoch.
 
 
Und damit eben auch dieselben Gespräche, wie im ersten Teil, nur un einiges nerviger verpackt. Während "Das perfekte Geheimnis" durch den Kammerspiel-Charme überzeugte und neugierig machte, fehlt es hier an jeglicher Spannung. Der Sonnenschein und die riesige Partyinsel stehlen jegliche Möglichkeit eine intensive Atmosphäre aufzubauen.
 
Warum?
 
In diesem Teil wird nochmal wesentlich deutlicher, dass es keinen Grund gibt, warum der Freundeskreis und auch die einzelnen Ehepaare überhaupt zusammenbleiben.
 
Die Männer benehmen sich wie unverantwortungsvolle kleine Kinder und trotzdem sehen die Frauen irgendeinen Grund um mit diesen zusammenzubleiben. Natürlich sind die Frauen nicht unschuldig, aber besonders im Falle der Charaktere von Elyas M'Barek und Karoline Herfurth bleibt schwammig, warum die Beziehung überhaupt am Leben erhalten wird. Stattdessen wünscht man sich, sie würden sich einfach trennen, denn die Liebe zwischen ihnen wird in keinem Moment sichtbar. Als Publikum fällt es dadurch schwer mitzufühlen oder auf ein Happy End zu hoffen.
 
Oberflächliche Emotionen
 
Auch die zahlreichen Versuche andere Emotionen zu erzeugen, schlagen leider kläglich fehl. Es gelingt nicht an Tiefe zu gewinnen. Die emotionalen Momente sind weder traurig, noch natürlich, denn sie kommen aus dem Nichts daher, mit übertrieben trauriger Musik, aber ohne Grund für Tränen. Das erwünschte Mitgefühl bleibt aus und daher eben auch die Bindung zu den Charakteren, die im ersten Teil noch gut möglich waren, durch die räumliche Intimität.
 
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Budget für alles und nichts
 
Statt Atmosphäre oder guten Charakter-Beziehungen hat der Film jedoch zumindest ein hohes Budget oder es wirkt zumindest so. Neben einem No Angels Auftritt gibt es teure Schiffe und Autos zu sehen, die vermutlich durch die auffällige Werbung finanziert wurden.
 
Für richtige Musik fehlte dann aber doch das nötige Geld, denn an zwei Stellen wirkt die Musik auffällig KI generiert. Und auch wenn einer der Songs fast witzig ist, bringt das einen bitteren Beigeschmack mit sich. Die KI zieht in die Filmbranche ein, das können wir nicht verhindern. Aber wenn an einer Stelle nur so mit Geld geprotzt wird, dann sollte an der anderen nicht so offensichtlich eingespart werden. 
 
Schlechter Humor
 
Obwohl der Film so viel Fokus auf Humor gesetzt hat, funktionierte dieser nicht. Keiner der Witze hatte Zeit zum Landen und keiner wurde wirklich mit Zeit und Kreativität entwickelt. Ein Sturm an schnellen Sprüchen legt direkt von Sekunde eins los. Die Hälfte dieser Sprüche ist durch das Nuscheln von Elyas M'Barek auch noch schwer zu verstehen.
 
Danach wird sich noch über die Jugendsprache lustig gemacht, wie es sich für so einen Film gehört. Für die Generation, die diese Sprache verwendet, ist der Film daher eher nicht so lustig. Da Humor jedoch natürlich immer noch Geschmackssache ist, haben auch diese Witze seine Berechtigung und ein dazu passendes Publikum, welches der Film finden wird. Im Vorgänger gelang es jedoch wesentlich rafinierter Humor aufzubauen und damit gleichzeitig verschiedene Zielgruppen anzusprechen.
 
Fazit
 
„Der perfekte Urlaub“ wird vor allem wegen seines erfolgreichen Vorgängers ein zahlreiches Publikum haben. Diejenigen, die den ersten Teil mochten, werden diesen vielleicht mögen, vielleicht aber auch enttäuscht werden.
 
Das kommt ganz auf den persönlichen Humor an. Mit der Intensiven und trotzdem witzigen Thriller-Atmosphäre, die man sich bei dieser Fortführung gewünscht hätte, kann der Film jedoch nicht dienen.
 
 
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